Die Schule
Geschichte der Schule
Über 300 Jahre Wormersdorfer Schule.
Die ersten Nachrichten über das Bestehen einer Schule in Wormersdorf datieren aus dem Jahre 1684, wenn man auch annehmen kann, daß bereits zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt in Wormersdorf Schule gehalten wurde.
Bedauerlicherweise sind keine Akten über das Schulwesen in Wormersdorf zum Ende des 17. Jahrhunderts überliefert. Lediglich Randnotizen in einem Gerichtsprotokollbuch der Jahre 1673-1698 weisen darauf hin, daß in Wormersdorf Jungen und Mädchen unterrichtet wurden und möglicherweise eine Lateinschule existierte.
Die 1684 erstmals in Wormersdorf erwähnte Schule, die sogenannte ""Vikarie", die neben der 1945 zerstörten Kapelle und dem jetzigen Geschäft Handrup gestanden hatte, scheint bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bestanden zu haben.
Erst dann weisen Handwerkerrechnungen darauf hin, daß die Schule, in der im Jahre 1816 immerhin 80 Kinder unterrichtet wurden, in zunehmendem Maße reparaturbedürftiger wurde. So ließ die Gemeinde eine neue Schule bauen, die 1821 fertiggestellt wurde.
Bereits nach einem Zeitraum von 10 Jahren traten bei dem in Fachwerkbauweise errichteten Schulgebäude von Wormersdorf erhebliche Mängel zutage. So führte die von der preußischen Regierung betriebene Verbesserung des ""Elementarschulwesens" und eine gewisse Normierung von Schulbauten dazu, daß Wormersdorf in den Jahren 1833/34 seine erste Schule in Steinbauweise erhielt. Die bis dahin einklassige Schule wurde 1831 zweiklassig. Im Jahre 1857 wurde schließlich eine dritte Klasse eingerichtet. 1870 erfolgte ein weiterer Ausbau der Schule.
Die Einwohnerzahl des Ortes Wormersdorf, die schon ab 1858 die Tausend überschritten hatte, veränderte sich bis zum Jahre 1945 nur unwesentlich. Die Schülerzahlen von um die 170 dürften daher in diesem Zeitraum in etwa konstant geblieben sein.
1939/1940 wurden größere Umbauten an der Schule vorgenommen, die dann am 4. Februar 1945 durch eine Luftmine zerstört wurde.
Da nach dem 2. Weltkrieg 250 Flüchtlinge in Wormersdorf untergebracht waren, gab es hier insgesamt 155 Kinder im schulpflichtigen Alter. Sie wurden zunächst notdürftig im Pfarrheim unterrichtet. Später kam noch die heutige Gaststätte "Dorfschänke" als Unterrichtsraum hinzu.
Am 12. November 1949 wurde dann nach einjähriger Bauzeit die neue Schule als erster Schulneubau nach dem 2. Weltkrieg im Bonner Raum eingeweiht. 1959 kam eine Turnhalle hinzu.
1968 wurde das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen neu gegliedert. Seitdem werden nur noch die Grundschüler (bis zum 4. Schuljahr) in Wormersdorf unterrichtet.
Zu Beginn des Schuljahres 1974/75 war die Zahl der Grundschüler auf 183 gestiegen, die in acht Klassen unterrichtet wurden. Dies erforderte den Bau zweier Pavillonklassen durch die Gemeinde Wormersdorf, die inzwischen zum Stadtteil Rheinbach-Wormersdorf geworden war.
Dann kam das Jahr 1984, in dem die 300-Jahr-Feier der Wormersdorfer Schule festlich begangen wurde.
Als sich Ende der achtziger Jahre abzeichnete, daß die Pavillonklassen nicht mehr den schulischen und baulichen Anforderungen entsprachen, wurde die Schule großzügig umgebaut und modernisiert.
Nach einer Umbauzeit von 20 Monaten wurde das Schulgebäude Mitte Mai 1992 feierlich eingeweiht. Zum bestehenden Raumangebot im alten Gebäude waren vier moderne Klassen gekommen. Heute werden 155 Schüler von zehn Lehrerinnen in acht Klassen unterrichtet. Darüber hinaus bietet die Schule Raum für die Musikschule und die Musikvereine des Ortes.
Trotz vieler Wandlungen unserer Gesellschaft hat die Wormersdorfer Schule ihre Funktion im Dorfleben. So beteiligen sich die Kinder mit ihren Lehrerinnen an der Gestaltung des Altentages und am Martinszug. Außerdem laden sie die Bevölkerung zu ihren Schulfesten ein. Die Wormersdorfer Schule heute versteht sich als Grundschule, die ihren Auftrag darin sieht, die Kinder zukunftsorientiert zu unterrichten und zu erziehen.
Ursula Grisard